Das Revival der analogen Welt

Mit der Digitalisierung wird es ähnlich sein, wie mit der Globalisierung: Irgendwann wird die Stimmung kippen und der Digitalisierungs-Hype sich abschwächen. Dann wird das Quartierlädeli von Amazon etc. und der Dorfplatz resp. die Dorfbeiz von Facebook wieder „Marktanteile“ zurückgewinnen. Die Leute werden sich zusehends fragen: «Was mache ich eigentlich den ganzen Tag online, während dem das wirkliche Leben ja nach wie vor analog stattfindet.»

Ich bin davon überzeugt, dass das Quartier-Lädeli ein Revival erleben wird. Leider wohl aber zu spät für gewisse bestehende Detaillisten. Wie ein Bekannter von mir gesagt hat: „Auch in 15 Jahren werden wir unseren Hamburger oder Brötli nicht einfach auf den Teller gebeamt bekommen.“

Wie bei der Globalisierung, wo die Stimmung in den letzten paar Jahren langsam kippte und durch eine neue «Lokalisierung» ergänzt wurde, werden die digitale und die analoge Welt in den nächsten 10 Jahren einmal ein – wenn auch nur fragiles – neues Gleichgewicht erreicht haben. Es wird ein ausgewogenes Verhältnis sein, mit welchem sich die Leute wohl fühlen. Die Digitalisierung wird uns vieles vereinfachen und wohl auch viele Arbeitsplätze kosten. Aber wir sind analoge Wesen und das Bedürfnis nach analogen menschlichen Beziehungen und analoger Nahrung wird immer bleiben. Wie erwähnt:

Die digitale Welt wird die analoge Welt ergänzen, aber sicher nicht ersetzen.

Zehn Minuten auf der Alp «Rothenfluh» oberhalb von Wiggen oder auf dem Napf verleihen mir mehr Energie und Inspiration als drei Stunden auf Facebook. Bei mir hat sich das neue Gleichgewicht bereits eingestellt.

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