Verständnis-Justiz

By 18. September 2019Blog, Gesetze, Justiz

In der Schweiz werden die Fussball-Hooligans immer brutaler. In der NZZ fragten sich letzthin sogenannte «Experten», warum das wohl so sei. Ich habe eine klare Meinung, warum.

Als ich 2013 an einem Eishockey-Match der New York Rangers gegen die Washington Capitals war, sass ich inmitten von Rangers-Fans. Etwas weiter unten sassen einige Capitals-Fan. Ein Rangers-Fan hinter mir war sichtlich alkoholisiert und hat die Capital-Fans ziemlich primitiv beschimpft. Nach einiger Zeit passierte Folgendes: Auf der Tribüne tauchte plötzlich ein kleiner Herr vom Typo «Danny De Vito» in grünem Jackett auf. Er zeigte mit dem Finger auf den johlenden Fan und machte eine einfache Handbewegung, welche dem Fan anzeigte, wo für den Rest des Spiels sein Platz war: Draussen. Der Fan erhob sich unter lautem Gelächter seiner Kollegen und verliess in Begleitung das «grünen Männchen» die Tribüne. Was ist die Quintessenz daraus? In den USA werden die Regeln eingehalten und Gewalt gegen Beamte wird umgehend geahndet und fast schon drakonisch bestraft. Das Prinzip ist einfach: «Don’t screw with the authorities!». Und was passiert in der Schweiz? Man versucht tiefenpsychologisch zu erklären, warum die Fussball-Hooligans ihr niederträchtiges Verhalten an den Tag legen. Nur: Es interessiert niemanden, warum sie das tun. Es scheint schon fast eine gut gemeinte Tugend des Schweizer Justizsystems zu sein, für die Täter Verständnis aufzubringen und Gründe für die Schuldunfähigkeit zu suchen. Für die Opfer ist dies ein Affront sondergleichen.

Es ist an der Zeit, dass wir in einem freien Land wie der Schweiz wieder ein Strafrecht und vor allem eine Rechtsprechung haben, welche diesen Namen verdienen. Es hat einen Grund, weshalb sich die Bürger in anderen Ländern an die Regeln halten. Sie haben die Verantwortung für ihr Verhalten zu tragen. Auch wenn sie betrunken sind.

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