Mit einer gewissen Belustigung, gleichzeitig aber auch Sorge habe ich Ende August 2017 in der Zuger Zeitung den Artikel „Angst befeuert Gold und Bitcoin“ gelesen. Dass Leute aus wie auch immer gelagerten Ängsten aus real verankerten Werten in Bitcoin flüchten, tönt wie ein schlechter Witz. Das Gerede und Geschreibe darum erinnert einen an die Tulpenmanie im 17. Jahrhundert. Wenn man sich mit dem Thema etwas näher beschäftigt, kann man als digital nicht hinter dem Mond wandelnder Finanzfachmann Folgendes feststellen. Bitcoin ist ein virtuelles Schneeballsystem, welches bald auch unsere Gerichte – und der Aufschrei wird nicht ausbleiben – auch Parlamente beschäftigen wird. Die Technologie dahinter, die sogenannte „Blockchain“, ist ein interessanter Ansatz zur Verschlüsselung von Daten. Sie weist aber auch gewichtige Nachteile auf, welche ich zurzeit als derart ausgeprägt betrachte, dass sich die Technologie in der derzeitigen Form nicht breit durchsetzen wird. Die zur Aufrechterhaltung des Systems notwendige Rechenleistung nimmt ständig zu. Und Rechenleistung ist bislang noch nicht unendlich verfügbar. Weiter stehen dem Durchbruch Sicherheitslücken im Weg. Dass Bitcoin ein privates Projekt ist und bislang vor allem als Währung von dubiosen Kreisen von sich reden gemacht hat, fördert nicht gerade mein Vertrauen. Die Offensive von Privaten und der Zuger Behörden in Sachen „Crypto Valley“ ist grundsätzlich begrüssenswert.

Das Thema Datensicherheit ist für mich derzeit eines der dringlichsten Themen unserer Gesellschaft.

Aber insbesondere dem offiziellen Zug rate ich, sich bezüglich Bitcoin nicht allzu stark aus dem Fenster zu lehnen.  Mit den Themen Bitcoin und Blockchain lässt sich momentan offenbar gutes Geld verdienen.Fast jedes Heftli schreibt mittlerweile darüber und die Preisentwicklung der selbsternannten „Währung“ entbehrt jeglicher realen Grundlage. Aufgrund meiner beruflichen Tätigkeit in der Finanzwirtschaft und meiner Ausbildung in Wirtschaftskriminalität läuten bei mir bei solchen Konstellationen immer die Alarmglocken.

Ich wage die These: Crypto-Technologie ist wichtig und wird leider noch wichtiger werden. Bitcoin nicht.

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