In seinem Leitartikel „Die Grossen spielen Weltregierung“ legt Thomas Fuster in der NZZ vom 8. Juli 2017 eine treffende Analyse des Polit-Klubs namens „G-20“ vor. Ich muss eingestehen, dass ich als liberaler Demokrat nach Schweizer Art grosse Mühe habe mit dem teils hegemonialen Tun dieses arbiträr zusammengewürfelten Klubs. Was ich im Leitartikel nach der sauberen Lagebeschreibung allerdings vermisse, ist ein Ansatz, was dies nun für die Schweiz bedeutet.

In Tat und Wahrheit ist die G-20 ja nichts anders als ein Kartell, welches sich die Welt nach seinem Gusto zurechtlegen möchte.

Was die G-20 praktiziert, bezeichne ich als «Pausenplatz-Politik: Für den Pausenplatz gäbe es zwar Regeln und bisweilen auch eine Aufsicht mit Sanktionsmöglichkeiten, aber das kümmert die Grossen und Starken auf dem Pausenplatz wenig, wenn sie in der Pause hungrig sind und das Znüni zu Hause gelassen haben. Sie setzen sich gegen die Kleinen durch. Dass dem Gebilde «G-20» und seinen Fortsätzen und Partner-Organisationen die demokratische Legitimation fehlt ist, ist nicht nur «unschön», wie Herr Fuster schreibt, sondern ein handfester Grund, sich als souveräner Staat wie die Schweiz das Recht herausnehmen, den zuweilen euphemistische Bezeichnungen tragenden Beschlüssen schlichtweg die Folge zu verweigern. Die Schweiz muss sich deshalb schleunigst eine Strategie festlegen, wie sie auf diesem Pausenplatz erfolgreich bleiben kann, ohne dass die Starken, welche immer das Znüni vergessen, es den Kleinen einfach durch Androhung von Sanktionen (im konkreten Fall beispielsweise Schwarze Listen) entreissen. Um erfolgreich zu sein, muss man kein Muskelprotz sein, dafür aber eine klare Strategie, ein Abwehrdispositiv und den Mut zum Gegendruck haben. Dies alles hat mir in den letzten Jahren insbesondere in internationalen Finanzangelegenheiten gefehlt. Es bleibt zu hoffen und es gibt Anzeichen, dass die Schweiz unter Bundesrat Maurer auf dem internationalen Parkett wieder selbstbewusster und vor allem mit einem Plan auftritt.

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