Der Staat, die AHV, Pensionskassen und Krankenkassen haben eines gemeinsam: Sie sind Institutionen, an welche wir zwangsweise Geld abgeben müssen. Von allen Institutionen beziehen wir in der Regel auch wieder Geld. Da es aber alles Gefässe sind, welche nach dem Gesetz der „Grossen Zahl“ funktionieren und in diesem Sinne auch eine gewollte Umverteilung akzeptiert wird, besteht inhärent die Verlockung, aus den „Töpfen“ mehr Geld zu beziehen, als man einbezahlt hat. Das ist in der Optik des Einzelnen rational – man optimiert das Preis-Leistungs-Verhältnis. Aus Sicht des Kollektivs jedoch ist es fatal, da die Institutionen mit diesem Verhalten zu Grunde gerichtet werden können. In der Ökonomie nennt man dieses Verhalten „Moral Hazard“, auf Deutsch „moralische Vesuchung“ oder auch „Rationalitätsfalle“.

In der aktuellen Diskussion um die AHV Plus-Initiative ist wieder dasselbe Muster erkennbar: Moral Hazard vom Feinsten. Weil sie nicht die Zeche bezahlen müssen, stimmen viele Leute für noch mehr AHV-Leistungen. Ganz nach dem Motto: „Nach mir die Sintflut. Das Kollektiv wird das Problem dann schon lösen“ ist die Devise. Da die reine Arithmetik bei der AHV und im Pensionskassen-System klare fakten liefern, muss nicht ein Schelm sein, welcher böses denkt und den Befürwortern der AHV Plus-Initiative und den Gegner der Senkung des Umwandlungssatzes in der 2. Säule Egoismus vorwirft. Dieser Egoismus ist aber, wie bereits erwähnt, nachvollziehbar und rational. Nur wenn diejenigen, welche die Zeche für all die übermässigen Ausgaben oder realitätsfremden Ideen bezahlen, wach gerüttelt und in die Abstimmungslokale bewegt werden, wird es gelingen, dieses Systemversagen zu korrigieren. In der Marktwirtschaft kann es bisweilen zu Marktversagen kommen, welches Effekte produziert, welche in der Gesellschaft nicht erwünscht sind. Der Staat greift deshalb ein. Im Bereich von kollektivem Anhäufen und Verteilen von Geld ist das Systemversagen jedoch inhärent. Ganze Generationen drücken auf die Tränendrüsen und bereichern sich auf Kosten anderer. Wo bleiben hier die Empörten und die Bewirtschafter derselben? Es ist höchste Zeit, dass insbesondere die jüngere Generation aufwacht und die Ungerechtigkeiten, welche am Laufen sind, zu beseitigen versucht. Der Gang in die Abstimmungslokale und die konsequente Absage an den Ausbau von riesigen Umverteilungsmolochen ist Pflicht. Oder etwas direkter:

„Gönd ändlech go abstimmä, Mann!“.

Zuerst jetzt Nein zur AHV Plus-Initiative.

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