Wie so viele gute Schweizer trennen auch wir den Abfall. Sehr sauber und strikt sogar. Alle zwei Wochen fahre ich mit meinen Söhnen in die Entsorgungsstelle Cham, um dort Papier, Karton, PET, Kaffeekapseln, Glas, Blech, Kleider, Metall, Elektronik, Styropor, Batterien und Bücher getrennt zu entsorgen.

Ein- bis zweimal pro Woche nimmt jemand aus unserer Familie einen kleinen Spaziergang unter die Füsse, um das sogenannte „Grünzeug“ in unserer zentralen Siedlungs-Sammelstelle zu deponieren. Da das Grünzeug ja immer märterlich stinkt, wird der Grünzeug-Kübel immer schön mit heissem Wasser ausgespühlt und gewaschen. Und jedes Mal frage ich mich: Wieviel Energie braucht es, um diese – sagen wir einmal – drei Liter heisses Wasser zu wärmen? Und wieviel Energie steckt wohl in all dem „Grünzeug“ drin? Und dann frage ich mich: Bringt es das? Ist die Energiebilanz hier positiv? Das heisst, bringt das Grünzeug mehr Energie hervor, als ich für das Wärmen des Wassers benötige?

Unser Umweltbewusstsein geht noch weiter. Wir wohnen ja in einer Minergie-zertifizierten Wohnung. Deshalb haben wir einen Dampfabzug, welcher die Luft nur filtert und dann in den Raum zurück gibt. Alles 6 Wochen müssen wir den Kohle-Filter in der Abwaschmaschine waschen. Das braucht Strom. Dann muss der Filter nochmals eine Stunde bei 100 Grad im Backofen wieder „aktiviert“ werden. Das braucht sogar sehr viel Strom. Und auch hier frage ich mich: Was bringt es? Beim Aktiv-Kohle-Filter bin ich mir sehr sicher, dass diese „Übung“ gar nichts bringt. Ganz im Gegenteil. Mag sein, dass gewöhnliche Dampfabzüge die Luft in die Atmosphäre raus lassen. Aber ich glaube kaum, dass man mit dieser Energie eine Waschmaschine mehr als eine Stunde und einen Backofen eine Stunde betreiben kann.

Als liberaler bin ich dafür, dass man neue Technologien entwickeln und testen sollte. Insbesondere im Bereich der „grünen Technologien“ bin ich ein Verfechter von auch staatlich unterstützter Forschung und Entwicklung. Aber ich bin dagegen, dass man den Konsumenten Sand in die Augen streut.

Vieles, war wir derzeit tun und machen, wird nichts zur Energiewende oder dergleichen Fantasien beitragen.

Wenn wir es weiter hin entgegem besserem Wissen tun, dann tun wir es für unser grünes Gewissen – und im Fall des Grünkübels für die persönliche Fitness. Vorausgesetzt, die Lage des Komposthaufen zwingt uns zu einem kleinen Spaziergang.

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