«Ich habe klare Vorstellungen, was ändern muss»

Der Chamer Arno Grüter will nach Bern und kandidiert für den Nationalrat.

Arno Grüter, weshalb haben Sie sich für eine Kandidatur als Nationalrat entschieden?

Arno Grüter: Politik hat mich bisher mein ganzes Leben begleitet, und ich wage gerne Neues. Wenn ich nun die Chance erhalte, in Bern die zukünftigen Geschicke der Schweiz mitgestalten zu können, zögere ich nicht. Ich bin mit der Arbeit des Nationalrates nicht wirklich zufrieden und möchte Gegensteuer geben. Ich habe klare Vorstellungen, was ändern muss. Darüber hinaus ist eine Kandidatur generell ein höchst spannendes Projekt.

Was sind Ihre drei wichtigsten Themen, für die Sie sich im Nationalrat einsetzen würden?

Grüter: Für mehr Freiheit und weniger Staat. Ich setze mich bereits jetzt für einen Regulierungsabbau respektive einen Ausbau von Freiheiten in Gesellschaft und Wirtschaft ein. Der Staat mischt sich in immer mehr Angelegenheiten der Bürger ein, und er raubt der Wirtschaft mit immer mehr unnötiger Bürokratie die Luft. So ist die Schweiz nicht zu dem geworden, was sie ist: eine starke Volkswirtschaft mit hohem Wohlstand.

Zudem setze ich mich ein für ein duales Bildungssystem mit einer wieder stärker positionierten Berufslehre. Unser Land braucht gute Berufsleute, und eine durch gesellschaftliche Entwicklungen forcierte Akademisierung erachte ich als sehr gefährlich. Die Schweiz ist eine Dienstleistungsgesellschaft. Aber deren Fundament ist kompetentes Handwerk und eine qualitativ hochstehende Industrie.

Eine vordringliche Aufgabe ist schliesslich die Modernisierung und Stabilisierung der Schweizer Vorsorgewerke. Die erste (AHV) und zweite (berufliche Vorsorge) Säule müssen dringend modernisiert, entpolitisiert und der wirtschaftlichen Realität angepasst werden. Hier braucht es mutige Schritte und eine Solidarität der älteren Generation mit den Jungen, welche diesbezüglich im aktuellen Parlament zu wenig Fürsprecher haben. Die Umverteilung von Alt zu Jung muss gestoppt werden, und die zweite Säule sollte vom Arbeitgeber entkoppelt werden.

Zug stellt drei Nationalräte, und alle kandidieren wieder. Wie beurteilen Sie Ihre Wahlchancen?

Grüter: Als gebürtiger Luzerner Hinterländer ist für mich die Ausgangslage sicher schwieriger, als wenn ich hier geboren und aufgewachsen wäre. Aber was nicht ist, kann ja noch werden, und ich kandidiere nicht zum Spass.

Weshalb sollen die Zuger ausgerechnet Sie wählen?

Grüter: Ich habe als Vater von drei jungen Söhnen ein ernsthaftes Interesse, das Erfolgsmodell einer offenen, freiheitlich organisierten und fortschriftlichen Schweiz zu verteidigen. Zudem habe ich eine starke eigene Meinung, welche ich vertrete und verteidige – auch wenn es manchmal unangenehm ist. Wenn die Zuger in Bern einen geerdeten Vertreter mit einer klaren, freiheitlichen und überlegten Linie wollen, mache ich ihnen die Wahl einfach.

PERSÖNLICH

Arno Grüter ist 39 Jahre alt und lebt in Cham. Er ist verheiratet und Vater von drei Söhnen. Grüter ist diplomierter Betriebswirt und seit 2013 Präsident der FDP Cham. Ausserdem leitet er die Arbeitsgruppe Bildung der FDP.

Dieses Interview ist am Montag, 17. August 2015 in der Neue Zuger Zeitung erschienen.

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