Der Kanton Zug möchte die Matura-Quote steuern und begrenzen. Da bin ich entschieden dagegen. Erstens leben wir nicht in einer Planwirtschaft und zweitens soll unser Bildungssystem frei zugänglich sein.

Die Maturaquote muss sich aus den hohen Anforderungen an die Matura und der Leistung der Schüler ergeben.

Es ist jedoch ein gesellschaftliches Problem unserer Zeit, dass viele Eltern das Gefühl haben, die gymnasiale Matura sei ein Allheilmittel. Die Realität beweist das Gegenteil. Ich kenne zig Maturanden, welche halbwegs motiviert ein Studium absolviert haben, um dann – ohne wirkliche Motivation – den erstbesten Job anzutreten. Und ich kenne genug Firmeneigentümer, welche als Lehrling einen Beruf gelernt haben und dann mit Cleverness und Fleiss eine eigene Firma aufgebaut haben.

In die selbe Richtung geht die grundsätzliche Akademisierung vieler Berufsbereiche. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass dies so von den Berufsverbänden forciert wird. Wenn Hebammen einen Abschluss einer Fachhochschule haben müssen, sollte dies einem doch zu denken geben. Hebammen brauchen nicht zuletzt auch viel Erfahrung. Wenn Landschaftsgärtner die Namen der Pflanzen auch in Lateinisch wissen müssen, frage ich mich, wofür genau. Kann es sein, dass gewisse Berufsverbände etwas zu viel des Guten wollen, um ihren Berufsstand besonders hochwertig erscheinen zu lassen?

Es wäre wieder etwas mehr Abgeklärtheit bezüglich dem Werdegang der jungen Leute gefragt. Mag sein, dass ich Ausland eine höhere Quote an Leuten irgend einen gut klingenden (Master of so und so, Bachelor of so und so) Abschluss hat. Wichtig ist jedoch, was dahinter steckt. In der Schweiz muss der Inhalt stimmen. Und dann kann man dann getrost noch einen „hippen“ englischen Namen dafür erfinden, damit die Berufskollegen im Ausland nicht das Gefühl haben müssen, dass ein Schweizer Berufsmann oder eine Schweizer Berufsfrau lediglich niedrig qualifiziert ist.

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