Seit einigen Wochen hat Coop die neuestes Konsum-Ankurblungsaktion am Laufen. Ab einem Einkauf von 20 Franken gibt es ein sogenanntes „emoji“ – ein in ein Plastik-Säcklein eingepackter Gummi-Saugnapf in Form von Smilies, Lätsch und dergleichen.

Ebenfalls seit einigen Wochen verlangt Coop für die Plastiksäckli an der Kasse neu auch 5 Rappen. Man hört, dass dies Coop für den Schutz der Umwelt tut. Wie auch schon bei der Migros und anderen Grossverteilern ist daraufhin der Verbrauch an Plastik-Säcklein massiv eingebrochen. Das ist grundsätzlich gut so. Auch mir liegt die Umwelt am Herzen. Deshalb verstehe ich es umso weniger, warum Coop gleichzeitig eine „emoji“-Aktion startet, deren pädagogischer Nutzen bestenfalls zweifelhaft, und deren ökologische Bilanz stark negativ ist. Abgesehen davon setzt diese Aktion die Kinder unter einen starken Zwang, die Gummi-Figürchen zu sammeln.

Ich befürworte die biologische Erzeugung von Konsumartikel. Coop hat mit „naturaline“ und anderen Labels diesbezüglich früh gute Arbeit geleistet. Warum man nun in der Chefetage nicht gemerkt hat, dass die „emoji“-Aktion völlig entgegengesetzt zu einer nachhaltigen Angebotspalette liegt, verstehe ich nicht.

Es bleibt zu hoffen, dass Coop, wie auch andere Grossverteiler, ihre ökologische Verantwortung wieder stärker wahrnehmen. Denn dem Image einer Firma schadet fast nicht so sehr, wie eine inkonsequente Geschäftspolitik, wenn es um ökologische und gesellschaftliche Nachhaltigkeit geht.

Leave a Reply

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

All rights reserved Salient.