Ich persönlich bin kein Freund von Staatsgarantien für Banken. Dieses Geschäft kenne ich zu gut und es ist zu unberechenbar, als dass der Staat hier mitmischen müsste.

Banking ist nicht „Service Publique“.

Stattdessen sollte der Staat sicherstellen, dass Banken geordnet in den Bankrott gehen können, ohne dass damit eine volkswirtschaftliche Krise ausgelöst wird. Kantonalbanken sind in einer Zeit entstanden, als es darum ging, dass die Kantone Bankinstitute haben wollten, um die rasante Entwicklung am Ende des 19 Jahrhunderts zu finanzieren. Das war zu dieser Zeit, als das Bankwesen noch relativ schwach entwickelt war, eine gute Idee. Mittlerweile jedoch ist die Schweiz gebaut und es gibt einen gut funktionierenden Kapitalmarkt und ein breit abgestütztes Bankenwesen, um Vorhaben von Privaten und des Staates zu finanzieren.

Zudem leben wir spätestens seit 2008 in einer Zwei-Bank-Klassengesellschaft. Auf der einen Seite diejenigen Banken, welche über eine explizite Staatsgarantie verfügen – und dafür in der Regel auch etwas bezahlen. Auf der anderen Seite gibt es diejenigen Banken, welche „too big to fail“ sind – also zu gross, um einfach ohne staatliche Intervention bankrott gehen zu können. Dazu zählen klassicherweise die beiden Grossbanken und die Raiffeisen-Gruppe. Die Post, welche ebenfalls ein systemisches Risikodarstellt, ist durch den Bund geschützt.

Ein aktueller Artikel von Avenir Suisse mit dem Titel „Die nächste Finanzkrise kommt bestimmt – Kantonalbanken sind keine risikolosen Goldesel“ geht nun (endlich) auf diese Thematik ein. Aus liberaler Warte spricht nichts dagegen, dass die Kantone ihre Anteile an den Kantonalbanken abstossen. Die Gefahr sehe ich aber dabei, dass – kaum ist das Geld auf dem Konto der Kantone – die Mittel dann für allerlei „wichtige“ und „zukunftsgerichtete“ Projekt verprasst werden. Ein Verkauf der Staatsbeteiligung müsste also unbedingt mit einer bedachten Lösung für die Verwendung der Mittel verbunden sein.

Leave a Reply

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

All rights reserved Salient.